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de:300:330:339 [2018/04/17 17:29] (aktuell)
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 +~~CLOSETOC~~ ​
 +======339 Ökologische Massnahmen======
  
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 +=====Beschrieb und Begriffe=====
 +Meliorationsmassnahmen (Wegebau, Entwässerungsmassnahmen) sind in aller Regel mit Eingriffen in die Kulturlandschaft verbunden, welche diese in ihrer Funktion als Lebensraum für Flora und Fauna meist negativ beeinflussen.\\ ​
 +Ökologische Massnahmen erfolgen in der Regel im Rahmen von Biodiversitätsförderflächen,​ mit dem Ziel, noch vorhandene naturnahe Lebensräume zu erhalten, aufzuwerten und zu ergänzen. Diese Massnahmen können baulicher Art sein (z.B. Bachausdolungen) oder allein die Nutzungsform betreffen (z.B. artenreichen Blumenwiese).\\ ​
 +Der ökologische Ausgleich ist ein grundsätzlicher Auftrag seitens der Bundesgesetzgebung ([[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​19660144/​index.html#​a18b|NHG Art. 18b Abs. 2]]). Er ist ein wichtiger Bestandteil bei Bodenverbesserungsmassnahmen und gemäss Art. 88 des [[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​19983407/​index.html| Bundesgesetzes über die Landwirtschaft]] auch eine Bedingung für die Subventionierung durch den Bund:​\\ ​
 +
 +''​**Art. 88 LWG: Voraussetzungen für umfassende gemeinschaftliche Massnahmen**\\
 +Umfassende gemeinschaftliche Massnahmen wie die Neuordnung des Grundeigentums und Gesamterschliessungen werden unterstützt,​ wenn sie:\\
 +a. sich grundsätzlich auf ein natürlich oder wirtschaftlich abgegrenztes Gebiet erstrecken;​\\
 +b. den ökologischen Ausgleich und die Vernetzung von Biotopen fördern.''​\\
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 +Für "​besondere ökologische Leistungen"​ kann bei Bodenverbesserungsmassnahmen der Beitragssatz des Bundes um bis zu maximal 6 % erhöht werden ([[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​19983466/​index.html#​a17|Art 17 SVV]], vgl. auch [[100:​140|140 Beiträge]])\\
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 +=====Ziele=====
 +Ökologische Massnahmen haben meist folgende Ziele:\\
 +  - Erhaltung bestehender naturnaher Landschaftselemente sowohl in quantitativer wie auch in qualitativer Hinsicht ​
 +  - Aufwertung bestehender naturnaher Flächen (z.B. Renaturierung von Feuchtgebieten,​ Aufwertung von Hochstammobstgärten,​ Anlage von Pufferstreifen)
 +  - Vernetzung durch Neuanlage ökologischer Elemente (z.B. Pflanzung von Hecken, Bachöffnungen,​ Brachstreifen);​ Vernetzungsfunktion ist zu berücksichtigen
 +  - Sicherstellung einer fachgerechten Nutzung / Pflege durch Zuteilung an geeignete Grundeigentümer (z.B. öffentliche Institutionen) und Bewirtschafter ​
 +  - Langfristige Sicherung durch Aufnahme in den grundeigentümerverbindlichen kommunalen Nutzungsplan oder mittels Bewirtschaftungsvertrag
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 +=====Methoden und Verfahren=====
 +Ökologische Massnahmen sind in der Regel als gemeinschaftliche Massnahmen zu behandeln und deren Bestand und Pflege langfristig zu sichern. Das erforderliche Land kann im Landumlegungsverfahren in der Regel entschädigungslos mittels angemessenem allgemeinen Abzug von den Anspruchswerten beschafft werden. ​
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 +=====Situation in der Schweiz=====
 +Während die ökologisch ausgerichteten Flächen quantitativ leicht zunehmen, sind die Qualität und die Vernetzung dieser Flächen noch ungenügend. Der öffentlich-rechtliche Auftrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität in der Kulturlandschaft ist in mehreren Bundes- und kantonalen Gesetzen thematisiert,​ am Prominentesten im [[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​19983407/​index.html|Landwirtschaftsgesetz (LwG) des Bundes]] (vgl. auch: 
 +[[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​19660144/​index.html|NHG]] und [[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​19983466/​index.html#​a17|SSV Art 17]]).\\
 +In der Landwirtschaft wird die Biodiversität konkret mittels Direktzahlungen in Form von Biodiversitätsbeiträgen gefördert. Art und Umfang dieser Beiträge sind in der [[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​20130216/​index.html|Direktzahlungsverordnung (DZV)]] geregelt.
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 +Einen Zusammenfassung über die geltenden Bestimmungen gibt das BLW-Dokument:​ <​html><​a target='​_blank'​ href='​dok/​Ueberblick_DZ_Ganzjahresbetriebe.pdf'>​Überblick:​ Direktzahlungen an Schweizer Ganzjahresbetriebe</​a></​html>​ und auch: <​html><​a target='​_blank'​ href='​dok/​Flyer_DZ_D_DEF.pdf'>​Flyer Direktzahlungen an die Landwirtschaft</​a></​html>​.
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 +=====Fallbeispiele=====
 +Folgende Artikel zeigen mögliche ökologische Massnahmen im Zusammenhang mit  Strukturverbesserungsprojekten:​
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 +[[http://​www.wikimelio.ch/​dok/​NaturschutzBewertung_Meliorationen_NS_LP09_2016.pdf | Naturschutzfachliche Bewertung von Meliorationen,​ (Naturschutz und Landschaftsplanung 09.2016)]]\\
 +[[http://​www.wikimelio.ch/​dok/​410_Gesamtmelioration_Kirchberg_SG_Geomatique_Suisse_7-200.pdf | Gesamtmelioration Kirchberg (Weidmann, R., 2009)]]\\ ​
 +[[http://​www.wikimelio.ch/​dok/​410_Landumlegung_Robenhauserriet_ein_Feuchtgebiet_wird_melio.pdf | Landumlegung Robenhauserriet:​ ein Feuchtgebiet wird melioriert"​ (Bollinger, F., 2010)]]\\ ​
 +[[http://​www.wikimelio.ch/​dok/​410_Rebgueterzusammenlegung_Twann-Ligerz-Tuescherz-Alfermee_.pdf | Rebgüterzusammenlegung Twann-Ligerz-Tüscherz-Alfermée (TLTA) (Ryf, K., 2009)]]\\ ​
 +[[http://​www.wikimelio.ch/​dok/​410_Revitalisieren_warum_und_in_welchen_Rahmen.pdf | Revitalisieren – warum und in welchem Rahmen? (Peter, A. 2006)]]\\ ​
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 +[[this>​doku.php?​id=de:​300:​330:​339&​do=export_pdf|{{::​pdflogo.png|Download der Seite als PDF}}]]
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