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de:300:330:337 [2018/04/17 17:29] (aktuell)
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 +~~CLOSETOC~~ ​
  
 +======337 Elektrizitätsversorgung======
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 +=====Beschrieb und Begriffe=====
 +Elektrizitätsversorgungen im ländlichen Raum sind Teil der Bodenverbesserungen und können von Seiten des Bundes als gemeinschaftliche oder einzelbetriebliche Massnahmen unterstützt werden. Wir unterscheiden:​\\
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 +**a) einzelbetriebliche oder gemeinschaftliche landwirtschaftliche Versorgungsanlagen**
 +  *  Einfache Elektrizitätsversorgungen im Berg- und Hügel- sowie Sömmerungsgebiet ​
 +  *  Versorgungsanlagen im Berg- und Hügel- sowie Sömmerungsgebiet,​ wo Lebensmittel für den Markt produziert werden
 +  *  Versorgungsanlagen für landwirtschaftliche Siedlungen und Betriebe mit Spezialkulturen (Basiserschliessung)\\
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 +**b) gemeinschaftliche Versorgungsanlagen von Dörfern und Weilern im Berg- und Hügelgebiet**
 +mit einem angemessenen Anteil an landwirtschaftlichem Interesse (Gemeindeversorgungsanlagen).
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 +=====Ziele=====
 +Die Elektrizitätsversorgung erlaubt dem Landwirtschaftsbetrieb den Einsatz von zeitgemässen Maschinen und elektrischer Geräte. Die Nennung im gleichen Titel in der SVV wie die Wasserversorgungen deutet darauf hin, dass analoge Subventionsgrundsätze gelten. Im Zuge der Klimadiskussionen hat in letzter Zeit das Interesse an einer kostengünstigen und umweltfreundlichen Elektrizitätsversorgung in der Landwirtschaft zugenommen. Mit der Agrarpolitik (AP) 2011 und der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes (RPG) erhielt die Landwirtschaft eine beschränkte Möglichkeit zur Produktion von erneuerbaren Energien. Zusätzlich werden mit dem Label „nature made plus" und der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) Anreize geschaffen für die Produktion von Ökostrom in der Landwirtschaft. Oft werden solche Anlagen durch sog. Contractor erstellt und betrieben. Im Gegensatz zu den Wasserversorgungen bestehen keine gleichgewichtigen Qualitätsanforderungen. Produktion und Verteilung sind gesetzlich geregelt, aber vorwiegend privatrechtlich organisiert und im Eigentum von privatwirtschaftlichen Unternehmen. Produktions- und Verteilunternehmen arbeiten mit einem Versorgungsauftrag der Öffentlichkeit und sind im Gegensatz zu den Wasserversorgungen in der Regel gewinnorientiert strukturiert.
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 +=====Methoden und Verfahren=====
 +Für die Ergänzung und Verstärkung des Verteilnetzes erstellen die Verteilunternehmen meist selbst die Projekte und führen diese in Eigenregie aus. Die Subvetionsbehörden beschränken sich darauf, auf kostengünstige Gesamtlösungen hinzuwirken und überhöhte Preise und Kosten einzuschränken (Monopolstellung). ​
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 +Bewilligungsverfahren:​ Neuanlagen und Ausbauten im Mittelspannungsbereich müssen vom [[http://​www.esti.admin.ch/​de/​|Eidg. Starkstrominspektorat (ESTI)]] bewilligt werden. Es handelt sich dabei meist um eine rein technische Bewilligung,​ die sich nicht nach Art. 12 und 12a-g NHG richtet. Die Notwendigkeit einer Publikation gemäss Art. 97 LwG ist daher für das Subventionsprojekt zu überprüfen und allenfalls nachzuholen.
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 +=====Situation in der Schweiz=====
 +Bedarf: Der Strombedarf in der Landwirtschaft ist infolge des technischen Fortschrittes in den letzten 20 Jahren stark angestiegen. Auch der Gleichzeitigkeitsfaktor ist angestiegen,​ da sich die Landwirte in ihrer Tätigkeit nicht zu sehr zugunsten einer Verbrauchsoptimierung einschränken wollen. Ökonomisch besteht dazu wenig Anreiz, technisch ist einzig die Verwendung von Gebläsen oder ähnlich starken Elektromotoren beschränkt. Daher arbeiten auf einem modernen Betrieb viele Verbraucher gleichzeitig. Die installierte Leistung auf einem modernen Betrieb beträgt um die 50 KW bei einem max. Gleichzeitigkeitsfaktor von 0.4 – 0.5.\\ ​
 +Netzdisposition:​ In ländlichen Gebieten besteht heute vor allem das Bedürfnis, das Mittelspannungsnetz auszubauen und zu verstärken. Dabei ist darauf zu achten, dass die Hauptleitungen möglichst nahe bei den wichtigsten landwirtschaftlichen Verbrauchern verlaufen. Die Sekundärleitungen ab Trafostation sollten eine Länge von 800m nach Möglichkeit nicht überschreiten. Erdverlegte Leitungen weisen gegenüber Freileitungen den Vorteil geringerer Spannungsverluste auf, da grössere Querschnitte möglich sind. 
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de/300/330/337.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/17 17:29 (Externe Bearbeitung)