Kontakt

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

de:300:330:336 [2018/04/17 17:29] (aktuell)
Zeile 1: Zeile 1:
 +======336 Wasserversorgung======
  
 +=====Beschrieb und Begriffe=====
 +Wasserversorgungen im ländlichen Raum sind Teil der Bodenverbesserungen und können von Seiten des Bundes als gemeinschaftliche oder einzelbetriebliche Massnahmen unterstützt werden.\\ Wir unterscheiden:​\\
 +\\
 +**a) einzelbetriebliche oder gemeinschaftliche landwirtschaftliche Versorgungsanlagen**
 +  *  Einfache Tränkewasser- oder Trinkwasserversorgungen im Berg- und Hügel- sowie Sömmerungsgebiet ​
 +  *  Versorgungsanlagen im Berg- und Hügel- sowie Sömmerungsgebiet,​ wo Lebensmittel für den Markt produziert werden
 +  *  Versorgungsanlagen für landwirtschaftliche Siedlungen und Betriebe mit Spezialkulturen (Basiserschliessung)
 +
 +**b) gemeinschaftliche Versorgungsanlagen von Dörfern und Weilern im Berg- und Hügelgebiet**
 +
 +mit einem angemessenen Anteil an landwirtschaftlichem Interesse (Gemeindeversorgungsanlagen). Die Unterstützung von Gemeindewasserversorgungen ist ein wichtiger Beitrag zur Aufrechterhaltung der dezentralen Besiedlung, der bei Gemeindebehörden und der Bevölkerung stark wahrgenommen wird und der im Sinne der Agrarpolitik auf eine sinnvolle Entwicklung der ländlichen Gebiete hinwirkt. ​
 +
 +
 +=====Ziele=====
 +Die Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit qualitativ gutem Trinkwasser in ausreichender Menge steht im Vordergrund.\\ **Trinkwasser **ist das wichtigste Lebensmittel und untersteht den strengen gesetzlichen Qualitätsanforderungen der Lebensmittelgesetzgebung. Es ist lebensnotwendiges Gut, zu welchem nach internationaler Rechtsauffassung alle Menschen freien Zugang haben sollen (Grundrecht). Ein verfassungsmässiger Rechtsanspruch besteht in der Schweiz allerdings nicht, da wir genügend gute Wasservorkommen haben. Zusätzlich sind heute die qualitativen Ansprüche an diejenigen Landwirtschaftsbetriebe gestiegen, welche Lebensmittel für den Markt auf dem eigenen Betrieb produzieren. Die Versorgung von Dörfern und Weilern ist gemäss [[http://​www.admin.ch/​opc/​de/​classified-compilation/​19790171/​index.html#​a19|Art 19 RPG]] eine Aufgabe des Gemeinwesens. \\
 +
 +Die Anlagen sind meist im Eigentum des Gemeinwesens,​ dennoch dürfen aus formellen oder administrativen Überlegungen sinnvoll und funktionierende genossenschaftliche Strukturen nicht ohne wichtige Gründe beseitigt werden. In den übrigen Fällen müssen primär die betroffenen Landwirte aktiv werden.\\  ​
 +
 +Abgelegene landwirtschaftliche Höfe sollten, sofern technisch und wirtschaftlich vertretbar, möglichst an ein öffentliches Netz angeschlossen werden. Die private Wasserversorgung für Brauchwasser ist technisch einwandfrei von der Trinkwasserversorgung zu trennen. ​
 +
 +=====Methoden und Verfahren=====
 +Die Planung und Projektierung von Wasserversorgungen setzt die Kenntnisse der Zusammenhänge zwischen Strömungs- und Druckverhalten,​ technische Anforderungen Rohrmaterial,​ Pumpen usw. voraus. ​
 +
 +Das Vorgehen für die Planung und Projektierung von Wasserversorgungsanlagen finden sich in den Richtlinien des [[http://​www.svgw.ch|Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW)]] [[http://​www.svgw.ch/​index.php?​id=de:​145| (vgl. vor allem die Richtlinien W3-11)]]. ​
 +
 +Wichtige Informationen für die Erstellung von Wasserversorgungsprojekten sind:
 +  *  Regelmässige Quellmessungen (Temperatur,​ Menge und Qualität)
 +  *  Realistische,​ differenzierte Wasserbilanz (Dimensionierungsgrundlage)
 +  *  Angemessene Berücksichtigung der Brandbekämpfung
 +  *  Koordinationsbedürfnisse (Gemeindeentwicklung,​ Biotopschutz.etc.)
 +  *  Quellschutzmassnahmen (Schutzzonenausscheidung,​ Auszäunung)
 +  *  Produktion erneuerbare Energie prüfen (Trinkwasserkraftwerk)
 +
 +[[this>​doku.php?​id=de:​300:​330:​336&​do=export_pdf|{{::​pdflogo.png|Download der Seite als PDF}}]]
de/300/330/336.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/17 17:29 (Externe Bearbeitung)